ORGANpromotion

ORGAN MANAGEMENT IN EUROPE SINCE 1990 • CD- AND DVD-LABEL

Die 8 Kanäle des Lernens und Auswendigspielen von Torsten Laux

1. optisch:
Notenbild wissen, in zuerst sehr kleinen und dann immer größeren Portionen die Noten weglegen und auswendig spielen, dann wieder genau anschauen, auswendig lernen, immer wieder Details kontrollieren und die Musik verstehen

2. analytisch:
Musik verstehen und interpretieren wie selbst komponiert oder improvisiert

3. motorisch:
Dem Körper und den trainierten Bewegungsabläufen vertrauen, hier können (möglicherweise von historischen Informationen inspirierte) eigene Finger- und Fußsätze helfen

4. sensorisch:
Der körperlichen intuitiven Zielgenauigkeit vertrauen, nicht abhängig vom Sehen und Hören, blind und stumm Klangvorstellung und sensorische Kontrolle üben

5. kinetisch:
Musikalische Interpretation, Timing und Ausdruck durch eigenes Dirigat (das heißt auslösende passende Bewegungen zur eigenen Klangvorstellung) tatsächlich üben; der innere Dirigent initiiert und kontrolliert dann Üben und Präsentieren

6. emotional:
Die Musik emotional verstehen, interpretieren und präsentieren, dafür den zur eigenen Interpretation passenden Ausdruck der Musik finden und vermitteln, die eigene Erzählung der Musik darstellen

7. cantabel:
Eigenes Singen kann effektiv helfen, die Musik körperlich, atmend, entspannend, emotional zu verstehen und zu vermitteln

8. auditiv:
zuletzt die eigene Klangvorstellung interpretierend und experimentierend mithilfe unterschiedlicher Registrierungen, Betonungen, Artikulationen, Phrasierungen etc. verwirklichen, sich dabei niemals abhängig machen vom Klang einer Registrierung an einer Orgel in einem Raum in einer Situation, sondern selbst diesen Klang gestalten, kontrollieren und verbessern!
Der Klang ist das letzte, wofür ich mich als Interpret interessiere:
zuerst muss ich die Musik selbst verstehen, dann kann ich mithilfe des Klanges sie verständlich machen.
Dabei darf ich selbst nie abhängig sein vom realen Klang (der aufgrund der wirklichen Situation, meiner aktuellen Tagesform, der orgelbaulichen Möglichkeiten des Instruments, der verschiedenen Wirkung im Raum etc. von meiner Klangvorstellung abweichen wird), denn umgekehrt: ich muss den Klang so gestalten, dass mein Verständnis der Musik mit möglichst wenig Aufwand effektiv verstanden wird.
Nur was ich verstehe, kann ich spielen, alles was ich verstehen kann, kann ich auch spielen.
spielen heißet: vorspielen=demonstrieren=präsentieren, was ich von der Musik verstehe, unabhängig von der Zahl und Art derer, die es in der jeweiligen Situation hören und miterleben können und dürfen.

Ergänzung zu 8. auditiv:
Nicht abhängig sein vom Hören, sondern selbst den Klang gestalten heißt:
Ich spiele genau so wie ich es will (die wichtigste Arbeit ist es, dies herauszufinden) und lasse mich dabei nicht von eigenen Fehlern (Fehler stören nur, wenn sie mich selbst stören) oder Irritationen von außen oder innen ablenken.
Fehler sind Quellen der Kreativität und Inspiration zu neuen Ideen und Konzepten: je größer die Störung, desto beherzter muss meine daraus erwachsende neue Idee sein:
„aus Scheiße Gold machen heißt:
aus viel Scheiße noch viel mehr Gold machen!
Immer positiv denken, zum Beispiel: wie kann ich aus dieser Erfahrung, diesem Erlebnis, dieser Wahrnehmung lernen, neue Erkenntnisse gewinnen, was kann ich noch besser machen, wo muss ich ganz neu denken.